Alte Türen zu einem Magazinschrank umgestalten

Alte Türen zu einem Magazinschrank umgestalten

 

Heart-Holz wächst , – und damit auch der Bedarf an Ordnung und System .
Bei dem folgenden Projekt eines Schrankes zur Aufbewahrung von Farbpigmenten verwendete
ich eine Kasein – Tempera mit Borax .
Fast nach historischem Vorbild entstand so eine Oberfläche , die dem Anwender einen ziemlich
guten Eindruck gibt von Anstrich-Techniken aus früherer Zeit .

Andere Details wie Griffe und Türscharniere sind antik und in unserem Shop erhältlich .

Zuschnitt und Oberflächen der alten Türen

Als Seitenwände wählte ich zwei massive 3.6 cm starke Türen und trennte sie am mittleren
Rahmenteil der Füllungen auf . Für die Schranktüre nahm ich eine nur 2.6 cm starke Zimmertür .
Der Aufsatz sollte eine leichte , aber massive Tür bekommen und sich optisch abheben von der unteren Kassettierung . Dazu schnappte ich mir ein altes Bett-Fußteil .

Alte Türen sind häufig mit Öl-Lacken dick und in mehreren Schichten bestrichen . So auch hier , mit Ausnahme der beiden Schranktüren . Sie waren gut und haltbar lasiert , jedoch hatte die Zimmer-Schranktür auf der harten Lasur noch einen Ölanstrich . Die Abnahme des Lackes ging dann natürlich sehr einfach .

Die seitlichen Wände bearbeitete ich mit Stemmeisen und Bandschleifer .
In Summe machte ich bisher ganz brauchbare Erfahrungen mit der Verwendung von alten Lack-Oberflächen als
Grundierung .

Alte Türen zu einem Magazinschrank umbauen
Alte Türen zu einem Magazinschrank umgestalten – Antik Look mit Kaseinfarbe

Antik-Look leicht gemacht

Kasein mit Kalk hat eine sehr kurze Verwendungsdauer und daher griff ich auf das Borax zurück .
Ich kannte die Verwendung von Borax als Konservierung aus ” Werkstoffe und Techniken der Malerei ” von Wehlte .

Anm.: Das Rezept der Lasur sowie Farbzusammenstellung habe ich am Ende des Beitrags aufgeführt !

Bereits nach einer halben Stunde der Grundierung zog sich die 4% Kasein-Borax-Lösung so heftig zusammen , dass sich ähnlich einem Abbeizmittel die alte Lackschicht partiell aufstellte .
Sie war einfach mit Stahlwolle abzunehmen und zusätzlich schliff ich noch mit einem Schleif-Pad drüber .

Nun mischte ich die Lösung mit Pigmenten zu einem Stahlgrau .

Anm.: Einer Emulsion gleich neigt die Farbe anfangs zu schäumender sowie milchiger Oberfläche und muss daher gut verstrichen werden !

Und wie schon bei der Grundierung stellte sich hier ebenfalls die Farbe stellenweise auf .
Mit etwas Schleifarbeit gefiel mir der Effekt immer besser , weil der Look einer natürlichen Alterung recht nahe kommt .
So weit so gut !

Der Innenausbau mit alten Türen und Sperrholz

Letzten Endes hat das Magazin einiges an Gewicht zu tragen . Bei den vielen Beuteln können bei voller Auslastung bis 300kg zusammen kommen .
Dafür skizzierte ich ein System von offenen Kästen , die sich auf 30mm starken Buchenstäben drehen . Die Stäbe wiederum werden von senkrecht stehenden Leimhölzern aus Buche getragen . Ich besorgte mir beides aus dem Baumarkt für relativ wenig Geld .
Erst passte ich die verleimten Bretter und Stäbe aufeinander ab , bevor ich sie zum Schluss nochmal abrichtete .

Für die Kästen lies ich mir 8mm starke Sperrschichtplatten geschnitten liefern .

Beim Zusammenbau entschied ich mich gegen das Tackern und schraubte sie stattdessen , weil so die Optik hochwertiger ausfällt .
Für den Anstrich griff ich wieder zur Kasein-Borax-Lösung . Etwa einen dreiviertel Liter benötigte ich für das weiche Schichtholz beim einfachen Anstreichen . Insgesamt waren es ca. 14m² .

Kasein Kalk Tempera auf Birke
Kasein – Borax Lösung auf Weichholz wie Pappel oder Birke

DIY – Schritte bei der Verarbeitung von alten Türen

Es gibt einige Arbeitsschritte , die der Tischler in seiner Werkstatt mit Spezialmaschinen erledigt !
Die stehen mir nicht zur Verfügung und außerdem will ich mit diesen Schritten jedem Interessierten Tips an die Hand geben .
Das Einlassen der Fitschenbänder hat mich jedoch ziemlich herausgefordert .
Traditionell wurden solche Bänder von Hand mit dem Fitschenbeitel eingelassen . – Laute und schweißtreibende Arbeit !
Stattdessen griff ich zu einem scharfen 4mm starken HSS – Bohrer . Nach der Bohrlochreihe setzte ich den Bohrer noch einige Male schräg an und räumte schließlich mit einem sehr schmalen Beitel .
Mit ein wenig Gefühl steckt ein guter Bohrer die Torsionskräfte locker weg . Zusätzlich kürzte ich die Fitschen auf 4.5cm Tiefe , was für eine Schranktür völlig ausreichend ist .

Als weiteres vermeintliches Hindernis wird häufig der alte Lack betrachtet , wobei der sich oft als ganz brauchbare  Grundierung entpuppt .
Um eine einigermaßen plane wie haltbare Oberfläche zu schaffen ist allerdings viel Schleifarbeit nötig . Die kann komplett von Hand geschehen oder mit maschineller Unterstützung . Maschinen sind mit Bedacht zu benutzen , weil alter Öl-Lack bei einer Wärmeentwicklung schnell aufquillt und so das Schleifpapier verklebt .
Weniger ist also mehr und perfekt gibt’s bei Ikea denk ich mir .

Trickreich wird es auch beim Zerteilen von alten Türen . Üblicherweise sind die Türen der Gründerzeit bis in die 1920er Jahre aus Massivholz und  wurden maschinell zugeschnitten sowie teilweise schon gefräst .
Auch wenn sie solide gebaut sind ,- so sehe ich die Schwachstelle an den Leim-Verbindungen . Beim Zerteilen sollten daher die verzapften Rahmen nochmal verleimt und mit Spax gesichert werden .
Wenn Sie noch völlig unbedarft an ein solches Werk gehen , dann empfehle ich jedenfalls Schrauben mit Torx als Zugeständnis an den Montageprofi . Kosten nicht mehr und der Kraftschluss zwischen Maschine und Verbindungsteil ist genial .

Sobald der Kasten fertig ist und es ans Aufstellen geht , bringe ich ich an der Rückseite provisorische Streben an .
Durch ein Verdübeln einer festen rückseitigen Querstrebe kann ich dann erstmal den Schrank grob ausrichten und nach Einhängen der Türe letztlich fein justieren .

Der Schrank ist zwar hoch , doch mit einer Tiefe von nur 40cm und der Breite einer Zimmertür finde ich ihn genauso wie ich ihn haben wollte: Präsent und nicht aufdringlich !

Upcycling alter Türen zum Schrank
Magazinschrank aus alten Türen im Antik und Shabby Look

Rezept von Borax-Kasein nach Wehlte

Zutaten : Kasein 40g – Wasser 125ml kalt – 16g Borax – Wasser 125ml heiss

  • Das Kaseinpulver – 40g mit Wasser 125ml kalt verrühren und bestenfalls über Nacht abgedeckt stehen lassen , mindestens aber 5h .
  • Anschließend 16g Borax mit Wasser 125ml heiss lösen
  • Die Boraxlösung behutsam mit dem aufgeschlossenem Kasein verrühren , nochmals nach 3-4 Minuten und mind. 1-2h , max. 1 Tag stehen lassen–
  • Falls du daraus Farbe herstellen möchtest , dann verdünne den Leim auf insgesamt 1L Wasser => 4% Kasein Leimlösung , die sich gut als Grundierung eignet
  • teige mit Wasser die Pigmente zu einer homogenen Paste
  • Die Paste gibst du 2/3 Volumenanteilen zur Emulsion dazu

Borax konserviert den Leim / Farbe bis zu einem halben Jahr . Voraussetzung ist eine hygienische Zubereitung mit abgekochtem Wasser und Behälter .

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