Pigmente für die Herstellung von Farbe – Grundsätzliches und Eigenschaften


Wahrnehmung

Farben sind verändertes Licht und umgeben uns in all den Phasen des Lebens , solange die Helligkeit dies zuläßt . Licht besteht aus elektromagnetischen Wellen . Diese Erkenntnis entstammt dem Labor , denn wo das Auge doch meist die Gesamtkompostion von Form und Schattierungen erkennt , ist der Eindruck nicht prinzipiell und zuerst von den Farben abhängig . Licht untermalt eine Szene und so gibt es eine Reihe von Spruchweisheiten ( Licht nicht unter den Scheffel stellen ) und Metaphern , die auf die sichtbare Wahrnehmung von Licht zurückzuführen sind  . In Bezug auf Objekte , die im häuslichen Ambiente zugegen sind , werden zunehmend originelle Erscheinungen bevorzugt . Farben eignen sich hervorragend , um alten Objekten ein frisches und individuelles Aussehen zu verleihen . Was aber hat Kreidefarbe mit Wohlgefühl zu tun ? Warum harmonieren Pastellfarben so gut untereinander ? Dieser und anderen Fragen werde ich im Folgenden , wenn auch nur phasenweise , – auf den Grund gehen .

Das Stoffliche

Nacktes Holz beispielsweise erscheint dem menschlichen Auge von gelblich weiß über rötlich , bis fast schwarz beim Ebenholz .
Die holzeigene Wellenlänge wird reflektiert und trifft auf das Auge .
Je dunkler die wahrgenommene Farbe , desto mehr Licht verschwindet in der Materie . Doch da Licht Energie ist , gibt es die Ladungsteilchen in die Materie ab , was wir für gewöhnlich im Anstieg der Temperatur erkennen . – So wie beim Eintritt in die Atmosphäre das Licht ein wenig langsamer wird und die Luft erwärmt . Wenn nun alle Farbwellen reflektiert werden , nehmen wir das als weiß wahr .
Zur Farbherstellung mit Bindemitteln benötigen wir ganz spezielle Stoffe , die möglichst viele Töne des wahrnehmbaren Farbspektrums darstellen . Das sind zum einen die Farbstoffe die löslich sind und zum anderen eine Ansammlung feinster und etwa gleich großer sowie unlöslicher Teilchen , die Pigmente .

Pigmente , klein aber oho

Bis vor dreihundert Jahren gab es nur auf natürlichem Wege entstandene und daraus veränderte Stoffe , die als Farbe taugten . Zusammengefasst stellen sie ein Unterscheidungsmerkmal zu denen in der Zeit der Industrialisierung künstlich hergestellten Farbpigmente , dar . Nämlich die organischen Pigmente ,- die aus Kohlenstoffverbindungen bestehen . Ocker , Kalkfarbe und andere Erden sind solche natürlichen auf Eisenoxidbasis bestehenden Pigmente . Organisch betrachten wir Stoffe , aus denen Leben hervorgeht und deren Bestandteile eine hohe Bindungsfähigkeit aufweisen und sich in ihrer Gestalt verändern . Bei den anorganischen hingegen entstehen die Bindungen durch einen Kunstgriff von außen ( synthetisch ) . Aber auch die organischen Pigmente können mittlerweile fast alle im Labor nachgebaut werden .
Weiterhin sind Teilchengröße und deren Verteilung ( spezifische Oberfläche ) , Kristallstruktur , die Wandelbarkeit aufgrund der Reaktion mittels Temperatur beispielsweise , und einigen anderen Eigenschaften , ausschlaggebend für ein Farbergebnis .
Ferner sind die aussagekräftigen Größen hunderter Pigmente und Farbstoffe im Colour Index festgehalten . Bereits seit fast 100 Jahren wird dieser durch eine britische Gesellschaft herausgegeben .
Dort werden die Farbteile in einer Skala von 1 bis 8 ( hoch ) nach Lichtechtheit eingeteilt . Außerdem von Belang ist für den geübten Anwender die Benetzbarkeit , Wetterechtheit und das Färbevermögen .

Die geeigneten Pigmente

Zur Herstellung von mikromillimeter kleinen Körnchen , werden Minerale , Erze und Erden abgebaut . Nach mehrfachen Prozessen wie Sieben , Zerkleinern und Reinigen pendelt sich die Partikelgröße auf ein Maß meist von um die 50my plus minus 20my , ein . Aufgrund des Verhältnisses zum Volumen ist die Oberfläche relativ groß , was die Einbettung in das Trägermedium erheblich erleichtert . Da nun bspw. Titandioxid ( TiO2 ) die Grundfarben rot – grün – blau relativ chaotisch reflektiert und wenig absorbiert ( aufsaugt ) , nehmen wir es als sehr weiß wahr . Ausschlaggebend dafür ist der hohe Brechungsindex von von 2.8 bei TiO2 , was zugleich für eine hohe Deckkraft sorgt . Es wird anorganisch in einem chemischen Verfahren aus Eisenerz gewonnen . Als am besten geeignet hat sich das Titandioxid in der Modifikation Rutil herausgestellt .
Bei der Verwendung von Kalk/Marmormehl ist darauf zu achten , dass die Farbteilchen laugenfest sind .
Generell sind dafür die mineralischen/anorganischen Pigmente gut geeignet , die zudem sehr lichtecht sind . Außerdem sind sie beständig gegen Hitze und Lösemittel .
Organische Pigmente hingegen bleichen im Sonnenlicht schneller aus , allerdings sind ihre Töne meist intensiver und reiner .

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Ein Anruehren der Pigmente nimmt durch ein Verreiben einige Minuten in Anspruch

Kürzel / Kennzeichnung der Pigmente 

  • T – transparent 
  • L – lasierend 
  • D – deckend 
  • DD – hochdeckend 

Verarbeitung

Vor dem Mischen der Pigmente , die Eignung mit den in Frage kommenden Bindemitteln nachschlagen , so empfiehlt ein Hersteller bspw. ein Verhältnis von 1 : 10 bis 20 ( Pigmente / Bindemittel ) . 
Blei , Zinkweiß und andere Problemstoffe wie Kupfer und Arsen sind mittlerweile aus dem Farbenarsenal entfernt worden , oder wurden zumindest den Standards ( Schweinfurter Grün bspw. ) , angepasst .
Auch wenn Pigmente nicht wasserlöslich sind , so besitzen sie ein hohes Reaktionsvermögen wie Oxidation .
Dieser Gefahr begegnen Sie mit einer Atemschutzmaske , die generell im Haushalt durchaus sinnvoll ist ( Bsp. Beizen ) .
Pigmente sollen an trockenen Orten lagern und dem Zugriff von Kindern entzogen sein . Sofern sie nicht wissen , woher der Stoff stammt , entsorgen sie besser fragliches Gebinde .
Insgesamt ist darauf zu achten , dass der Arbeitsplatz entsprechend angerichtet ist .

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